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Auer Dorfgeschichte im Überblick

Die Anfänge

AU (latein. "Augia") früher "Jaghausen in den Owen" war zu Beginn im Besitz von König Rudolf von Habsburg. Dieser schenkte das Gebiet des inneren Bregenzerwaldes den Grafen von Bregenz-Montfort. Erst durch Erbteilung gelang das Gebiet an die Grafen von Feldkirch-Montfort, welche die Region als Jagdrevier nutzten. Von Ihnen kam auch der Name "Jaghausen", wo die Grafen von Montfort ihr Jagdhaus erbauten.
Im Jahre 1375 verkaufte Graf Hugo von Montfort das Gebiet an Österreich.

Die Besiedlung

Die erste dauerhafte Besiedlung lässt sich mangels Aufzeichnungen nicht genau datieren, da das Gebiet vorerst nur während des Sommers als Alpgebiet genutzt wurde, wobei besonders die Talterassen "Ohna" und "Bärngath" als erste ihre Verwendung fanden. Eine dauerhafte Besiedlung dürfte ca. zwischen 1200 und 1300 erfolgt sein, wurde doch 1372 schon eine Kapelle in Jaghausen eingeweiht. Aus dem Jahre 1390 stammt der Stiftsbrief der Pfarrkirche Au, der endgültig auf dauerhaft bewohntes Gebiet deutet.

Aller Anfang war schwer

Die Siedler bewirtschafteten dir großen Wiesenflächen auf den Schuttkegeln des Rehmer-, des Wiedener- und des Argenauerbaches und des "Büntelers", und bestritten ihren Lebensunterhalt vorwiegend mit Viehzucht und Milch- wirtschaft. Nach und nach machten sie sich durch Rodung weiter Flächen für die Bewirtschaftung zugänglich und bauten auch Flachs an, welcher dann im Winter von den Frauen gesponnen wurde. Pfr. Thumb von Schoppernau schrieb, dass 1733 erstmals Erdäpfel gepflanzt wurden, und diese den Flachs verdrängten.
Infolge der Alpwirtschaft, waren viele Familien gezwungen ein regelrechtes Nomadenleben zu führen. Die Männer und Burschen verbrachten den Großteil des Jahres auf den Alpen oder den Vorsäßen, die Frauen bewirtschaften die Wiesen und nur im Winter konnten sich die Familienmitglieder vollständig zusammenfinden.

Neue Erwerbszweige

Neben Bienenzucht, Fischerei und Obstbau stand vor allem die Jägerei im Vordergrund, wovon viele Namen im Bregenzerwald noch zeugen, wie z.B. Hirschau, Schnepfau, Jaghausen oder Bärngath (Bärengang). Die Auer erwiesen sich als äußerst geschickt, und verdienten sich als Handwerker im Umkreis ein Zubrot. So entstand eine ganze Generation großer Handwerker und Baumeister, bekannte Maurer, Steinmetze, Stukkateure und Zimmerleute.
Im Jahre 1657 gründete Michael Beer die "Auer Zunft", aus der im 17. und 18. Jhdt. 200 weiter Meister hervorgingen. Diese Baumeister schufen viele bekannte Bauwerke in Vorarlberg, in der Schweiz, im Elsaß und im süddeutschen Raum. Die bekanntesten Auer Barockbaumeister waren neben Michael Beer, Michael Thumb und Christian Thumb, Kaspar Moosbrugger, Franz Beer, Ferdinand Beer, Peter Thumb und Andreas Schreck. Beim Aufgang der Pfarrkirche Au wird auf einer Ehrentafel der Gründung der Zunft und den großen Baumeistern gewürdigt.

Die Schulen

Der erste Unterricht wurde in Privathäusern abgehalten. in Urkunden wird der erste Schulmeister 1657 erwähnt (Hans Albrecht). Das alte Schulhaus in Jaghausen bestand seit 1825, heute verläuft dort die Bundesstraße B200.
Im Jahre 1750 wurde dann in Rehmen ein eigenes Schulhaus für die Rehmer gebaut. Seit 1971 besuchen Schüler aus umliegenden Gemeinden die Volks- und Hauptschule in Au-Schrecken.

Die Kirchen

Anno 1372 wurde in Jaghausen die erste Kapelle eingeweiht. Im Jahre 1390 wird Au Pfarrgemeinde (Stiftsbrief). Die Pfarrkirche in Au wurde 1494 im gotischen Stil erbaut und 1776 vergrößert und barockisiert.

Sie ist dem Hl. St. Leonhard geweiht.

In Rehmen wurde 1664 die erste Kapelle errichtet und dem Hl. St. Josef geweiht. Erst nach langem Ringen mit den Kirchenoberhäuptern wurde Rehmen dann 1803 eigene Kuratie (Filiale). Bedeutendes Kapitel der Auer Geschichte sind die Wiedertäufer. Handwerker die in der Schweiz arbeiteten, lernten dort die Wiedertäufer kennen und fanden in ihrer Heimatgemeinde sogleich Anhänger für diese neue Lehre. Die weltliche Obrigkeit wollte diese Sekte nicht dulden und schrieb vor: "abschwören oder auswandern", 38 Einheimische wanderten aus, zum Teil bis nach Mähren (Sage von den "Federblasern").

Die ersten Urlauber

Allmählich hielt der Fremdenverkehr im Ort Einzug. Bereits 1968 zählte Au schon zu den 71 wichtigsten Orten des Fremdenverkehrs in Österreich. Von den 96 Vorarlberger Gemeinden ist Au die 11. größte Tourismusgemeinde.
Die Zentrale Lage inmitten der Skiregion Bregenzerwald - Großes Walsertal - Lechtal macht Au zu einer Drehscheibe für den Tourismus.

 

 

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