Argenau 376, 6883 Au, T +43 (5515) 2220, FDW 22 gemeindeamt@gemeinde-au.at
PARTEIENVERKEHR:
Montag bis Freitag von 7.30 bis 12.00 Uhr

 

Die Wiedertäufer in Au

Ein Handwerker, der sich in der nahen Schweiz einige Zeit aufgehalten hatte, lernte dort die Wiedertäufer kennen und rühmte nach seiner Heimkehr in den nächtlichen Zusammenkünften ihre Lehre und Wohltätigkeit wie auch ihren Lebenswandel, und fand sofort Anhang.

Die weltliche Obrigkeit wollte diese Sekte nicht dulden und schritt gegen sie ein mit dem Erklären: Sie müssten entweder diese Lehre abschwören, oder mit Zurücklassung ihres Vermögens auswandern.
Manche zogen das letztere vor und wanderten aus. Insgesamt waren es 38 Personen die ihre Heimat verließen. Es trennten sich Mann und Weib, Eltern verließen ihre Kinder und Kinder ihre Eltern. Wahrscheinlich zogen die meisten der Auswanderer nach Mähren. Zuerst noch unschlüssig des Zieles, blies einer der Auswanderer auf dem Starzeljoch eine Feder in die Höhe, um den Weg nach jener Richtung hin zu nehmen, wohin die Feder flöge. Sie flog nach Osten und die Auswanderer zogen, so überliefert die Sage, nach Mähren. (Daher der Name "Federnblaser")

Mit der Ausrottung der Wiedertäufer im Bregenzerwald waren im Anfang des 17. Jahrhunderts besonders die Jesuiten tätig. In Konstanz wurde nämlich im Jahre 1599 ein Kollegium der Jesuiten errichtet und die sieben Männer dieses Ordens suchten in der ganzen Umgebung nach "Schwachen" und "Schwankenden" um diese zu festigen und zurückzuführen. Ebenso segensreich wie die Tätigkeit der Jesuiten war die Wirksamkeit der Kapuziner, die am 22. Oktober 1656 in Bezau ein Kloster einweihten. Die Hauptursache das ketzerische Lehren in den Bregenzerwald eindringen konnten, war sicherlich jene, dass viele Männer auswanderten um im Ausland zu arbeiten, wo sie dann diese Irrlehren kennen lernten, sich anstecken ließen und zurückkehrten um diese zu verbreiten.

Quelle: "Auer-Buch" von Josef Hiller 1390-1890)

 

"Dor Feadoroblausar" (1581)

 

 

druckennach oben