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Der Maler Wendelin Moosbrugger

Aus Rehmen stammt außer der Lehrerfamilie Schmid auch die Malerfamilie Moosbrugger. Der interessanteste ist wohl der Wendelin Moosbrugger, von dem die Rehmer Altarbilder stammen. Er war das zweitletzte der elf Kinder des Leopold Moosbrugger und der Anna Katharina geb. Kohlerin. Wendelin Moosbrugger fiel als Kind schon als Zeichner und Maler auf. Der Bub erkannte seine Berufung und bettelte, wie später die Schwabenkinder, das Reisegeld zusammen. Er kam nach Konstanz, erhielt dort als Zimmermaler eine Anstellung und lernte und wanderte, um nochmals zu lernen. Der Kurfürst von Baden in Mannheim brachte ihn auf die Akademie um ihn weiterlernen zu lassen. In Köln saßen ihm königliche, fürstliche und private Leute Modell. Allerdings waren auch die politischen Zeiten für einen Hof-Porträtisten günstig. Die von Napoleon zu Königen erhobenen deutschen Fürsten wollten sich mit Pinsel und Farbe verewigen lassen, so der württenbergische König Friedrich samt Gemahlin. Selbst ein Bruder Napoleons saß geduldig im Atelier des Rehmers, es war der König von Westfalen. Der Sohn Leopold unterrichtete den späteren Napoleon III, Kaiser von Frankreich, in Mathematik. Sohn August war Lizeum-Professor und dann Großherzoglicher Bauinspektor in Wertheim. Der dritte Sohn Fritz malte in Gunst des russischen Zaren Nikolaus in Petersburg. Der vierte und jüngste Sohn Josef war ein Landschaftsmaler; bekannt sind seine Städtebilder Badens. Der Sohn des Architekten August, des Bauinspektors von Wertheim, Friedrich Moosbrugger, hat die Seinen neuerlich erhöht, als er als Kammersänger in Paris Aufsehen erregte und selbst bis in Russland sang.

Was es in der weiten Welt bewirken kann, wenn ein begabtes Bergbauernbüblein ernst genommen und gefördert wird und wenn Fleiß die erste und Tüchtigkeit die zweite Haupttugend ist und wenn einer in seiner Begabung nicht leichtfertig ein Geschenk, sondern mit allem Ernst eine Verpflichtung sieht ? das lehrt uns die Geschichte vom Rehmer Bauernbüblein Wendelin Moosbrugger.

 

Quelle: "Unsere Heimat Au" von Hermann Gsteu erhältlich auf dem Gemeindeamt Au

 

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